Skandale im Bridge

Auch wenn Bridge als Spiel einen guten Ruf hat, so gibt es doch immer wieder Spieler, welche Versuchen sich durch bestimmte Tricks unfaire Vorteile zu verschaffen. Von diesen Beispielen gibt es genug, doch bevor wir uns einige dieser Fälle ansehen, müssen zuvor noch andere Sachen erklärt werden. Wie in anderen Sportarten auch ist es sehr verpönt Anschuldigungen gegen einen anderen Spieler öffentlich zu erheben. Wann immer man also den Verdacht haben sollte, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, so sollte man diese Angelegenheit immer direkt mit dem Turnierdirektor besprechen. Gerade in der heutigen Zeit sind die meisten Schiedsrichter daher eher abgeneigt eine solche Anschuldigung näher zu untersuchen, es sei denn man verfügt über echte Beweise.

Der Zwischenfall in Bermuda

Dieses Ereignis verstört die Welt der Bridge Spieler bis heute. 1975 standen sich im Finale der Bridge Weltmeisterschaft mit Italien und den USA zwei sehr starke Mannschaften gegenüber. Alles wäre normal verlaufen hätte der US Reporter Bruce Keidan nicht diese eine Entdeckung gemacht: Bei dem Beobachten des Spiel fielen ihm die beiden Italiener Gianfranco Facchini und Sergio Zucchelli auf. Der Reporter konnte klar sehen wie die beiden abwechselnd sich mit den Füßen anstießen und somit war die Furcht vor Betrug sehr verständlich. Diese Dinge wurden auch von vielen anderen Zuschauern bemerkt und nach einer langen und hitzigen Diskussion reagierte der Schiedsrichter auf die Anschuldigungen. Er verwarnte sowohl Facchini als auch Zucchelli und verbot diesen die Aktionen fortzuführen. Doch die Spieler waren keineswegs vom Turnier ausgeschlossen, sondern durften in Ruhe weiterspielen. Der Kapitän des US Teams, Alfred Sheinwold, war von dieser Entscheidung so entsetzt, dass er androhte das sein Team sich von dem Wettbewerb zurückziehen werde. Doch weder der Weltverband des Bridge noch die US Regierung wollten einen solchen Skandal riskieren und ordneten daher an, dass das Team weiterspielen musste. Am Ende gewann das Team aus Italien auch mit einem Punktestand von 215 – 189 das Turnier. Doch weder Facchini noch Zucchelli tauchten nach diesem Turnier jemals wieder in der Bridge Szene auf.

Die Katz und Cohen Affäre

Skandale beschränkten sich dabei keineswegs nur auf internationale Turniere im Bridge. In den USA war es seit jeher üblich, dass mehrere Teams untereinander ausspielten welches Team das Land bei einer Weltmeisterschaft vertreten sollte. Dieses Turnier endete jedoch im Jahr 1977 in einem Eklat. Die bekannten Spieler Larry Cohen und Richard Katz spielten schon seit längerer Zeit zusammen und es häuften sich die Berichte, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugehen würde. Wie so oft wurde vermutet, dass die beiden Spieler untereinander Informationen austauchen würden und eine Untersuchung der Vorgänge war bereits in vollem Gange. Bevor jedoch offen Anschuldigungen gegen die beiden erhoben werden konnten, beendeten diese beiden einfach das Turnier. Da sie ihr Team verließen, musste dann auch das ganze Team die Segel bei diesem Turnier streichen. Doch leider ist die Geschichte damit noch nicht am Ende und so zogen Katz und Cohen im weiteren Verlauf den Bridge Weltverband und drei unterschiedliche Turnierausrichter vor Gericht und forderten insgesamt 44 Millionen USD Schadensersatz. Nach einem Hin und Her einigten sich die beiden Parteien darauf, dass die beiden weiterhin spielberechtigt seien, aber in Zukunft nicht mehr zusammen spielen durften.