Von Micheline Chaoul

Basierend auf einem Artikel von Edgar Kaplan 1

Jedem Spieler kann es passieren, dass er zögert. Selbst einem erfahrenen Spieler. Aber Sie müssen wissen, dass dieses Verhalten Bestandteil des Strafkodex ist und die Regeln besagen, dass ein Zögern als eine „unerlaubte Information“ angesehen werden kann.

Edgar Kaplan (1925-1997) erwähnt den folgenden Vorfall (der sich vor einigen Jahren zugetragen hat, das Texas-Modell hatte damals noch nicht überall Einzug gehalten):

Westblatt: Ostblatt:
A1062 RV953
RD7 - - -
AR2 D76
RV6 D10987

Die Gebote:

WestOst
2 SA3
3 … ähm … ähm … 4 (großes Zögern)
4 SA5 (kein Ass)
5 (Kontrolle der ersten Runde)6

Das Blatt wird gespielt. Die Dame fällt und das Feld zeigt nur Ass als gleich.

Die Gegner teilen das Blatt auf, stellen fest, dass kein Schlemm beabsichtigt wurde und melden dem Schiedsrichter, dass Ost vor dem Ansagen der 4 lange gezögert hatte. Und West protestiert, dass er ohnehin Blackwood gespielt hätte, egal ob Zögern oder nicht.

Ein Schiedsrichter fand den Protest der Gegner verwerflich, er würde am Tisch eine Atmosphäre des Misstrauens schaffen, sie würden Ost-West fast des Betrugs beschuldigen. Und diese Spieler hatten wenig Erfahrung.

Edgar Kaplan war mit diesem Schiedsrichter nicht einverstanden: das Zögern war sehr wohl festgestellt worden und hätte West beeinflussen können (Paragraph 16-A und 73 des aktuellen Kodex). Das Gesetz ist für jeden Spieler gleich, egal wie gut er ist.

Jedoch haben Nord-Süd einen Fehler begangen: Sie haben den Schiedsrichter nach dem Einsatz informiert, also nachdem Sie festgestellt hatten, dass sie eine schlechte Note erhielten.

Wenn der Schlemm gescheitert wäre, hätten sie ihn wahrscheinlich nicht informiert! So wurden Nord-Süd abgewiesen, der Schiedsrichter hätte vor dem Reizen oder sogar nach dem Gebot von 4 SA hinzugezogen werden sollen. Jedoch warnte er Ost-West, dass ihr Zögern eine Regelwidrigkeit war, sie sollten auf jede Änderung des Spieltempos achten.

Kaplan war mit einem Punkt einverstanden: die Anfänger sollen nicht entmutigt werden. Aber es ist nichts Schlimmes dabei, dem Schiedsrichter eine Regelwidrigkeit zu melden und sie müssen auch die Ethik dieses Spiels erlernen.

(die Art und Weise, auf die es ihnen erklärt wird ist wichtig! Man muss es freundlich machen…)

Der Autor gibt ein weiteres Beispiel: ein Gegner lässt ein Ass aufgedeckt auf den Tisch fallen. Was nun?

1) Man lächelt seinem Partner zu und sagt zu ihm „Du hast nichts gesehen.“

2) Man lässt die Karten verteilen und beschwert sich im Nachhinein: „Das hat dir gut gepasst, dass du das Ass gegenüber kanntest.“

Beide Verhaltensweisen sind unangemessen: wenn eine Karte ungerechtfertigter Weise gesehen wird, muss der Schiedsrichter gerufen werden.

Die Anwendung des Kodex schützt die Rechte jedes Einzelnen. Es ist die Aufgabe des Schiedsrichters, sich damit herumzuschlagen!

(Strafkarte, Angriffsstrafe, etc. …Paragraph 24).

Und Edgar Kaplan erinnert an das folgende Prinzip: „Sie sind verpflichtet, den Schiedsrichter zu verständigen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Gegner eine Regelwidrigkeit begangen haben und nicht nur Verstöße, die Strafen nach sich ziehen

(Gebot außer der Reihe, Revoke, ungenügendes Gebot, etc.), sondern auch Verstöße, die nicht weiter spezifiziert sind (Zögern, übertriebene Gesten etc. …). Selbst wenn Ihre Anfrage abgewiesen wird werden Sie in keinem Fall dafür getadelt, noch werden Sie als „schlechter Spieler“ betrachtet. Sie erweisen den Bridge-Spielern einen Dienst.“

Daher: rufen Sie die Schiedsrichter, sobald sie eine Regelwidrigkeit feststellen, nicht nach dem Geben und erst recht nicht nach Turnierende…

Und wenn Ihre Gegner eine Regelwidrigkeit begehen, dann sollten Sie diese nicht beschimpfen und ihnen keinen „Betrug“ vorwerfen. Erklären Sie korrekt die Fakten und lassen Sie den Schiedsrichter entscheiden.